Weltweiter Gletscherschwund



Klimaänderung und Gletscher

Das Eis der Gletscher ist ein Klimaarchiv, und Gletscher sind das oft zitierte Gedächtnis der Klimageschichte: Der spektakuläre, weltweite Rückzug der Gebirgsgletscher gehört denn auch nach wie vor zur sichersten Evidenz dafür, dass sich das Klima der Erde seit dem Ende der Kleinen Eiszeit um die Mitte des 19.Jahrhunderts markant verändert hat.
Gebirgsgletscher gelten deswegen als Schlüsselindikatoren für Klimaänderungen, sozusagen als eine Art globales Fieberthermometer.

Weltweiter Gletscherschwund

Der Schwund der Gebirgsgletscher ist ein globales Phänomen. Nach Untersuchungen haben die Gletscher des weltweiten Massenbilanzmessnetzes seit 1980 alljährlich im Mittel etwa 30 cm an Eisdicke
verloren, wobei eine zunehmende Tendenz festgestellt wird.
Das Worldwatch Institute prognostiziert, daß bis zum Jahr 2050 rund 25 Prozent der Gletschermasse weltweit verloren gehen. In den Hochgebirgen der Erde – in Europa, Nord- und Südamerika, in Afrika und Asien – schmelzen bereits (fast) alle Gletscher deutlich.

Rund 2000 Gletscher im Ost-Himalaya sind schon verschwunden. In China und Tibet befindet sich die Hälfte aller Gletscher Asiens.

Warum die Alpengletscher schmelzen

Nicht nur Schneemangel im Winter, sondern vor allem die strahlungsintensiven und warmen Frühlings- und Sommermonate und die Starkregenfälle sind für das schwindende Volumen und die negative Massenbilanz der Gletscher entscheidend. Dies zeigen die Gletschermessberichte an ausgewählten Gletschern in der Schweiz und in Österreich.
Der Gletscherschwund wird über den Klima-Effekt hinaus auch durch die Luftverschmutzung (und den direkten Schmutzeintrag in Gletscherskigebieten) verstärkt, vor allem durch Feinstaub und Ruß. Auch Sahara Sand lagert sich auf den Gletschern ab.

Eine weiße Eisoberfläche reflektiert das Sonnenlicht fast vollständig. Diese sogenannte Albedo nimmt ab, je dunkler die Gletscheroberfläche durch Schmutzpartikel wird: Das Eis nimmt mehr Sonnenwärme auf.
Auch andere Rahmenbedingungen ändern sich. Durch die Schwächung der Ozonschicht nimmt die kurzwellige energiereiche UV-Strahlung zu. Dazu kommen die durch Abgase, fossile und andere Verbrennungsprozesse veränderten luftchemischen Reaktionen und Niederschläge (Saurer Regen).

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